Alexandra Bahlmann – Kaskadesken
7. Oktober bis 19. November 2011
Mehr als jedes andere Schmuckstück muss eine Halskette sitzen, ob es sich dabei um ein Collier, einen Kragen oder eine lange Körperkette handelt. Sie darf nicht zu schwer sein, sie muss die richtige Mechanik haben, um unkompliziert zu fallen, gut zu bewegen und anzufassen sein, und sie muss der Trägerin ein besonderes Etwas verleihen, das ihre Individualität ausdrückt. Diese Vorgaben zeitgemäß umzusetzen, erhebt nicht unbedingt den Anspruch auf Kunst, will aber mit Geschick und Takt gelöst werden. Wie viele Vertreter ihrer Zunft sieht Alexandra Bahlmann sich in erster Linie als Goldschmiedin, die dem Handwerk nahesteht. Ihre Bewunderung gilt wagemutigen, kreativen Frauen, die auch als Modemacherinnen Zeichen gesetzt haben, wie die russische Literatin und Modedesignerin Elsa Triolet, die deutsche Bauhaus-Absolventin und Photographin Ré Soupault, oder die Britin Vivienne Westwood, deren Kreationen bei aller Phantasie letztlich immer darauf achten, in funktionaler wie auch in sozialer Hinsicht tragbar zu sein. Schmuck, der nur darauf aus ist, Aufmerksamkeit zu erregen, ist nicht Alexandra Bahlmanns Ziel. In ihren Augen darf Schmuck auf den ersten Blick durchaus konventionell scheinen, wenn er bei näherer Betrachtung seine Besonderheit erkennen lässt. In dieser Zielsetzung liegen Selbstverständnis und Arbeitsethos der Goldschmiedin; ihre Werke streben nach langfristiger Anerkennung und Zuverlässigkeit. Was heute schön ist, soll auch morgen noch gelten. In diesem zeitlosen Sinne will sie auch dekorative Elemente nicht ausschließen.
Es ist verwunderlich, dass die Schmuckkette in der kunsthistorischen Literatur bisher nur wenig Aufmerksamkeit gefunden hat, vergeblich sucht man nach einer Kulturgeschichte der Kette. So hatte Alexandra Bahlmann kaum Vorbilder, auf denen sie aufbauen konnte, lediglich Beispiele in den Museen und die eigene Erfindungskraft standen ihr zu Gebote. Während ihres Studiums in den Niederlanden hatte sie wegen ihrer guten Voraussetzungen für räumliches Sehen und Verstehen noch erwogen, Bildhauerin zu werden. Diese Qualitäten kamen ihr bei ihrer späteren Tätigkeit als Ketten-macherin zugute. Musste sie anfänglich nicht das Gefühl haben, alle nur denkbaren mechanischen Verbindungen einer Kette oder eines Geflechts aus ineinander-greifenden Ösen seien auf dem langen Weg der Schmuckkunst von prähistorischer Zeit bis heute bereits erfunden und ausgereizt worden?
Es gab Anker-, Fuchsschwanz-, Panzer-, Zopf- oder Hobelspanketten, die meisten mit unendlich vielen Varietäten, zu deren Vielfalt im 19. Jahrhundert die Erfindung der Kettenmaschine noch einmal erheblich beitrug und die vorhandenen Modelle um viele technische und dekorative Abwandlungen ergänzte. Das Geheimnis einer eleganten, handgemachten Kette liegt darin, dass diese mechanisch höchst anspruchsvoll konstruiert ist, aber ihre Machart im Innersten verborgen ist und so rätselhaft erscheint wie ein komplexes Ornament.
Alexandra Bahlmann hat eine umfassende Ausbildung als Goldschmiedin absolviert. Nach dem Abitur lernte sie bei Marie und Peter Hassenpflug in Düsseldorf und ging anschließend an die Rietveld Akademie nach Amsterdam, wo sie bei Onno Boekhoudt studierte. Nach drei Jahren wechselte sie zu Hermann Jünger nach München, dessen Klasse in der Akademie sie besuchte und für den sie im Atelier arbeitete. Bei Jünger vertiefte sie die Erkenntnis, dass gestalterische Freiheit und Präzision sich nicht ausschlossen, und es sich lohne, auch gegen den Strom zu schwimmen, und dass nicht die Ideologie einer neuen Schmuckrichtung das Entscheidende sei, sondern stetige Arbeit und Konsequenz in der Haltung. Alexandra Bahlmann hat nie einer „Schule“ des Autorenschmucks angehört. Sie ist sich treu geblieben und hat in der Anerkennung ihrer Arbeit Höhen und Tiefen erfahren.
Dr. Rüdiger Joppien
Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg i.R.
Zur Ausstellung erscheint der Katalog Hello.
Gastroph und Jünger – WEISS ... über den Tod hinaus
Unsere „letzten Dinge“ dürfen nicht beliebig sein, sondern sollen bewusst gestaltet werden. Aus diesem Anspruch heraus gründete Lydia Gastroph, Goldschmiedin und Schülerin von Hermann Jünger, zusammen mit Lene Jünger, Schreinerin und Innenarchitektin, das Unternehmen „WEISS ... über den Tod hinaus.“
Die Farbe Weiß bezeichnet Kandinsky in seiner Farbenlehre als „großes Schweigen, das voller Möglichkeiten steckt.“ In asiatischen Ländern ist Weiß die Farbe der Trauer, während sie hier im Westen für Freude und Unsterblichkeit steht. Menschen, die Nahtod-Erfahrungen gemacht haben, sagen, sie hätten ein helles, weißes Licht erblickt.
Neben der künstlerischen Gestaltung haben Lydia Gastroph immer schon unternehmerische
Ideen beschäftigt, denn Unternehmertum - etwas unternehmen - ist das Gegenteil von unterlassen.
Im Bereich der Trauerkultur wird sehr viel unterlassen, deshalb entsteht hier ein sehr großer Handlungsbedarf, gerade für künstlerisch und gestalterisch tätige Menschen.
In der Ausstellung „WEISS … über den Tod hinaus“ werden Urnen aus Keramik (Kati Jünger), Metall (Thomas Kammerl), Papier (Maria Verburg) und Holz (Adam Löffler), sowie Särge (Lene Jünger) gezeigt. Den Trauerschmuck von Isabel Dammermann, Bettina Dittlmann, Diana Dudek, Mari Ishikawa, John Iversen, Melanie Kölsch, Constanze Schreiber, Henriette Schuster ergänzen Fotografien von Eva Jünger und Blumen von Anna Linder.
Alle Objekte sind viel zu schön, um sie bei der Trauerfeier nur kurz zu betrachten. Bereits im Diesseits können Urnen als Gefäße und Särge als Schränke eine Aufgabe erfüllen. Mehr noch, das Integrieren der „letzten Dinge“ in das eigene Leben, sie zu benutzen, sich an sie zu gewöhnen, kann auch Trost spenden.
Die Ausstellung wird begleitet von einer Gesprächsreihe und einem Veranstaltungsprogramm.
Peter Verburg Silberschmied
Peter Verburg kommt vom Handwerk – das ist ihm wichtig; dies teilt er, einem
Bekenntnis gleich, dem Gegenüber mit. Mit Kunst hat er nichts zu tun – sagt
er, aber viel mit dem Deutschen Werkbund, obwohl er dort nicht Mitglied ist.
Dessen Forderungen nach Materialgerechtigkeit, nach „form follows function“,
nach der Ehrlichkeit der Dinge, auch im Sinne ihres Gebrauches, sind die
Eckpunkte seines Schaffens.
Peter Verburg hat eine klare Vorstellung, wie die Dinge sein sollten, auch
wenn die ihn umgebende Welt anders ist, oder besser gesagt: anders geworden
ist. Kein Wunder, dass Peter Verburg Dinge schafft, die sich zu leisten,
kaum jemand mehr bereit ist. Leider, muss man sagen, denn die Arbeiten von
Peter Verburg sind gut, schlicht, durchdacht und funktionieren, und mit
Sicherheit dienen sie länger, als ein Menschenleben dauert – seltene
Beispiele von Nachhaltigkeit in einer immer schnelllebigeren Produktwelt,
der sich ein Peter Verburg bewusst widersetzt, und dies mit voller
Konsequenz seit seinem Studium.
Sein Handwerk hat er von der Pike auf gelernt. Geboren 1947 in Bielefeld,
absolvierte er eine Silberschmiedelehre an der Berufsfachschule in
Neugablonz, der sich ab 1968 ein sechsjähriges Studium an der Akademie der
bildenden Künste in München bei Franz Rickert und Hermann Jünger (ab 1971)
anschloss. Damit sind auch die Pole genannt, zwischen denen sich das Werk
von Peter Verburg bewegt: Handwerk und Akademie, Meisterprüfung als
Silberschmied 1973, Diplom 1974 und die unterschiedlichen gestalterischen
Ansätze von Franz Rickert und Hermann Jünger. Auf der einen Seite das
englische Vorbild, die Konstanz der Form, die radikale Vereinfachung, die
Ablesbarkeit der Funktion, dem auf der anderen Seite die Freiheit des
Spielerischen und der Atem des Ideenreichtums gegenüberstehen.
Peter Verburg steht dazwischen, versucht, die Brücke zu schlagen, und dies
gelingt ihm auch, da er die handwerklichen Notwendigkeiten meisterhaft
beherrscht und bei aller Strenge und Disziplin sich die Freiheit nimmt, an
die Grenzen des formal Vertretbaren zu gehen, ja, sie auszuloten,
durchzuspielen, aber eben nicht spielerisch, sondern bestimmt von Reflektion
und Reduktion.
Es ist die Kanne aus Sterlingsilber, die ihm hierfür als Ausdrucksmittel
dient. Teures Material, eine fast unendlich erscheinende Anzahl von Stunden
der Bearbeitung und eine durch die Wahl des Gegenstandes zwangsläufig
vorgegebene Beschränkung der formalen Möglichkeiten: Stand, Gefäßkörper,
Deckel, Tülle, Henkel, Scharniere. Und die Silberkanne ist es auch, die zum
„Markenzeichen“ von Peter Verburg geworden ist, unverkennbar durch die
Prägnanz ihrer Erscheinung, durch ihre Rigorosität und die Entschiedenheit
im Einsatz weniger, aber prägender Mittel, durch spannungs-reiches
Gegeneinandersetzen einzelner Elemente, die sich dennoch dem übergeordneten
Ganzen einfügen, sei es konvex oder konkav, kantig oder rund, sei es das
Verhältnis von Fuß und Volumen des Gefäßkörpers oder das Spiel zwischen
Tülle, Henkel und Knauf, die zwangsläufig aus der erratischen
Geschlossenheit des Gefäßkörpers hervortreten, ihn umspielen, dadurch aber
auch gleichzeitig erst seine disziplinierte Form betonen und den Blick auf
ihre Bedeutung lenken.
Es hat seinen guten Grund, dass Peter Verburg seit langem, seit 1985 mit
seinem Atelier in Obergangkofen ist, fern dem Getriebe der Stadt, ein Ort
der Ruhe und Stille. Man muss Zeit haben und bereit sein, sich auf die von
Peter Verburg gestalteten Dinge einzulassen. Das ist die Schwierigkeit bei
seinen Arbeiten, darin liegt Anspruch, aber auch Bereicherung, denn man muss
sehen können; und an seinen Kannen lässt sich durch Sehen, durch den
unausgesprochenen Appell zu schauen: das Sehen lernen. Und hierin liegt
nicht nur die Qualität, sondern auch der Reiz der Silberarbeiten eines Peter
Verburg.
Prof. Dr. Florian Hufnagl
Leitender Sammlungsdirektor, Die Neue Sammlung – The International Design
Museum Munich
In eigener Sache 2 – Forum für Angewandte Kunst
Fast acht Jahre ist es her, dass sich das Forum für Angewandte Kunst Nürnberg e.V. zum ersten Mal „in eigener Sache“ zu Wort meldete. Damals gaben die acht Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker im Germanischen Nationalmuseum ihre Visitenkarte ab. Kurz zuvor hatten sie sich von einer Arbeitsgruppe des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins zu einem selbstständigen gemeinnützigen Verein emanzipiert: erste und ursprüngliche Bedeutung des Ausstellungstitels.
Seinen Erfolg verdankt das Forum nicht irgendwelcher Programmatik, sondern der Individualität seiner Mitglieder. Dieses Selbstverständnis kommt im Verzicht auf einen Kurator zum Ausdruck. Jedes Mitglied zeichnet selbst für die Objektauswahl verantwortlich, ist „in eigener Sache“ unterwegs. Anders als sonst, wenn das Forum Ateliertage und Ausstellungen organisiert, die sich über die Jahre als fester Baustein des Nürnberger Kulturlebens etabliert haben, nehmen sich diesmal die Forumsmitglieder das Recht heraus, unter sich zu bleiben. Back to the roots: Die Ausstellung hat Premiere im Bayerischen Kunstgewerbe-Verein in München, bevor sie ins Neue Museum nach Nürnberg kommt, das damit schon zum fünften Mal Gastgeber des Forums für Angewandte Kunst sein darf.
„In eigener Sache II“ ist eine Momentaufnahme. Für die Ausstellung gilt, was Sabine Steinhäusler von ihren Broschen „fixed movements“ sagt, dass sich daran nämlich „der gesamte Bewegungsprozess ablesen“ lasse. Hier also sowohl die Entwicklung im Schaffen der einzelnen Mitglieder als auch die des ganzen Forums. Eine Entwicklung, die aus dem Spannungsfeld des Dreiecks von Kunsthandwerk, Design und Kunst ihre Dynamik bezieht. Dabei geht es um nicht weniger, als die immer ärmer werdende Welt der Dinge durch Kluges, Schönes, Anrührendes, Witziges und Sperriges zu bereichern.
Dr. Thomas Heyden
Neues Museum
Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
NOW – Jewels by Norman Weber
Kein Sohn der Stadt, aber mit ihr aufs Engste verbunden. Schließlich hat in München die Laufbahn des Autors ihren Auftakt genommen. Für den international anerkannten Gold- und Silberschmied Norman Weber (Jahrgang 1964) bildet daher diese monographische Ausstellung im Bayerischen Kunstgewerbe-Verein – in dritter Etappe nach Hanau und Brescia – eine Art Heimspiel und doch ist es bislang die erste umfassende Präsentation seiner Arbeiten in München, nach seiner Beteiligung an „Des Wahnsinns fette Beute“ in der Pinakothek der Moderne im Jahre 2008.
Als Absolvent der Akademie der Bildenden Künste in München, aus den „Schulen“ von Hermann Jünger und Otto Künzli hervorgegangen, mit Zweitstudium bei Horst Sauerbruch, nach vorheriger Ausbildung zum Gold- und Silberschmied sowie Gesellenprüfung, besitzt Weber ein wahrhaft solides Fundament, das ihm erlaubt, seine Mittel in gewagtem und provokantem Spiel einzusetzen. Das Ergebnis: hinreißende, unterhaltsame, verführerische, zuweilen boshafte und oft ironische Persiflagen klassischer Schmuckkonzepte, die Weber mit leichter Hand verwandelt und neu interpretiert. Die Faszination am Schmuck wurde ihm bereits in der Kindheit (geboren in Schwäbisch Gmünd) übermittelt, und früh interessiert sich der Autor für die kostbaren Schätze der Familie, für Wirkung und Symbolkraft der Materie. Er liebt die Inszenierung, das Schauspiel und die Entlarvung verborgener Gelüste und Projektionen, die sich in der Schmuckform und in der Schmuckhaltung manifestieren. Weber schöpft aus Erinnerung und Beobachtung, aus einem persönlichen Archiv gesammelter Eindrücke, zusätzlich inspiriert aus Film und sozio-kultureller Literatur. Fotografische und zeichnerische Vorlagen, digitale Entwicklung der plastischen Idee, komplexe konstruktive Aspekte, farbliche Gestaltung – auf diesen Pfeilern errichtet der Autor seinen individuellen Schmuckkosmos.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation der Arnoldschen Art Publisher mit einer Fotostrecke von Alexandra Vogt, sowie Beiträgen von Ellen Maurer Zilioli, Bernhart Schwenk und Barbara Vinken.
Schöpferisch und traditionsbewusst - zeitgenössisches Kunsthandwerk aus Thüringen
Wer bei Thüringer Kunsthandwerk Töpferei aus Bürgel oder Römhild, gläsernen Christbaumschmuck, vor der Lampe geblasene Tierfiguren aus Lauscha, oder Porzellan kleiner Thüringer Manufakturen vor Augen hat, der denkt traditionsbewusst. Das thüringische Weimar war aber auch die Wiege des Bauhauses, das besonders in dieser frühen Phase unter der Losung „Kunst und Handwerk eine neue Einheit“ dem Kunsthandwerk bis heute entscheidende Impulse verlieh. Beides bestimmt bis heute den Charakter des Gestaltenden Handwerks und der Studiokunst in Thüringen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann die Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein (heute Hochschule für Kunst und Design), mit ihrem dem Bauhaus verwandten Lehrprogramm zunehmend Einfluss auf die Gestaltung in Thüringen. Die Internationalen Quadriennalen des Kunsthandwerks Sozialistischer Länder zwischen 1974 und 1986 etablierten Erfurt zu einem international geschätzten Zentrum des zeitgenössischen Kunsthandwerks. Die heutige Landeshauptstadt entwickelte sich zudem zu einem Mittelpunkt der experimentellen und innovativen Schmuckgestaltung. Seit1984 wird dort alle zwei Jahre das Internationale Schmucksymposium Erfurt veranstaltet. 1975 fand im südthüringischen Römhild das erste internationale Keramiksymposium der DDR statt. In Lauscha hingegen werden Glasworkshops abgehalten.
Die Ausstellung vermittelt mit den Werken von 22 Studiokünstlern und Handwerkern einen repräsentativen Überblick über das aktuelle Schaffen Thüringer Gestalter verschiedener Generationen in den Bereichen Keramik, Porzellan, Schmuck, Glas, Textil sowie Lichtobjekt.
FINDEN
Werkschau der Mitglieder
Unter dem Thema „Finden“ zeigen die Mitglieder des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins eine Auswahl ihrer neuesten Arbeiten. So wird der Suchende Geschenke, Pretiosen, Aufmerksamkeiten und Bescherungen aus den Bereichen Gerät, Glas, Holz, Keramik, Papier, Puppen und Schmuck finden.
Nandl Eska – Farbraum
Nandl Eska ist eine Künstlerin, die sich auch als Keramikerin ausdrückt. Ihr ganzes Sinnen und Trachten ist auf das Gestalten gerichtet, ohne strenge Struktur, aber mit einem wachen Blick auf das Machbare. Denn sie „macht“ gerne, sie erweitert ihr Blick- und ihr Tätigkeitsfeld, versucht Grenzen zu überschreiten, sie experimentiert, sie stellt Fragen: Was lässt sich noch herausholen aus einem Blick auf Tiere und Pflanzen? In welche Richtung lässt sich die Anwendung von Glasuren noch erweitern? Wie dünn lässt sich Steinzeugton drehen? Wie oft kann ich ein und dieselbe Schale mit zusätzlicher Glasur dem Brennofen aussetzen? Was fällt mir noch zum Thema „Kachelofen“ ein? Wie kamen die alten Ägypter zu ihrer blauen Glasur? Die Antworten auf diese Fragen liegen in ihren Arbeiten.
Herman Hermsen – Inner Nomad
Herman Hermsen, 1953 in Nijmegen in den Niederlanden geboren, studierte von 1974 bis 1979 am ArtEZ Institute of the Arts in Arnheim und ging nach einer Assistenzzeit ab 1985 in die Lehre. Bis 1990 unterrichtete er Produktdesign an der Utrecht School of the Arts (HKU) und kehrte anschließend nach Arnheim zurück, um an der dortigen Hochschule als Dozent zu arbeiten. Seit 1992 ist Hermsen Professor für Produkt- und Schmuckdesign an der Fachhochschule Düsseldorf; er hält Gastvorlesungen an Hochschulen in ganz Europa, den USA und Japan, organisiert seit 1988 regelmäßig Fachsymposien und ist Juror in verschiedenen Wettbewerbsgremien. Für seine Arbeiten im Produkt- und Schmuckdesign, die weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert werden und sich in den Sammlungen großer renommierter Museen befinden, wurde Herman Hermsen mehrfach international ausgezeichnet.
Kunsthandwerker zeichnen
Zeichnen ist schreiben, zeichnen ist kritzeln, zeichnen ist modellieren, formen, ausformen und formulieren. Zeichnen ist suchen oder finden, klären und verwerfen, notieren, beschreiben und vieles mehr. Die Ausstellung „Kunsthandwerker zeichnen“ beleuchtet die Vielfalt und unterschiedliche Wertigkeit von Zeichnungen. Für manche sind Zeichnungen Bestandteil ihrer Auseinandersetzung mit der plastischen Arbeit oder beschreiben den Weg dahin. Für andere sind es Lockerungsübungen oder der Versuch, den Raum über die Fläche zu erfassen. Für einige ist das Zeichnen ein sehr eigenständiges, oft auch unabhängig zu verstehendes Feld.
Olga von Moorende – Spielraum für Kleider
Olga von Moorende widmet sich dem Thema Kleidung mit dem Verständnis einer bildenden Künstlerin. Aus der Vielfalt des Möglichen schöpfend, lässt sie den Körper zur Leinwand für ihre textilen Konversationsstücke werden. Mit Witz und Humor modelliert sie mit farbigen Reißverschlüssen, malt mit Applikationen und bunten Knöpfen, gestaltet mit raumgreifenden Tütentaschen. In ihren Schöpfungen sieht Olga von Moorende die Chance zur Freiheit und Lebendigkeit und gibt den Menschen Mut, sich als Individuen zu erkennen und zu behaupten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Nicht dass Du mir von der Bluse fällst!
Am 21. April 1999 setzten sich in der altehrwürdigen Münchner Wirtschaft „Fraunhofer“ ein paar Goldschmiede zusammen und gründeten einen Stammtisch. Irgendwann löste sich dann die Runde sang- und klanglos wieder auf. Doch eines der letzten Treffen ist Legende. Es war im späten Frühjahr 2001, Volker Atrops, Peter Bauhuis, Doris Betz, Waltraud Erlacher, Therese Hilbert, Otto Künzli, Karen Pontoppidan und Bettina Speckner saßen zusammen. Warum nicht aus unserem Stammtisch heraus eine Ausstellung entwickeln? Das große wilde Brainstorming setzte ein, wucherte, trug uns in andere Sphären. Die Fantasie schäumte auf wie ein gut eingeschenktes Bier. Der Erschöpfung nahe, muss es dann aus einem nicht mehr verifizierbaren Munde gerutscht sein, jenes ominöse Konstrukt, das erst fast unbeachtet blieb, um dann beim wiederholten Aussprechen jenen Sog zu entwickeln, der uns bis heute in den Bann zieht: Nicht dass Du mir von der Bluse fällst! Strengste Geheimhaltung wurde beschworen, niemand sollte uns diesen real-poetischen Titel klauen. Die Jahre zogen ins Land. Gras wuchs hier und dort. Im Frühling 2010 wird nun ein Traum wahr.
Kunsthandwerk aus Baden-Württemberg
07.01.2010 bis 04.02.2010
Im Bund der Kunsthandwerker Baden-Württemberg e.V. haben sich künstlerisch Schaffende aus den Bereichen Gestaltung und Handwerk zusammengeschlossen Die international orientierte, kulturelle Einrichtung dient der Pflege und Förderung der zeitgenössischen Angewandten Kunst und will durch Ausstellungen und Messen das Zusammenwirken von Kunst, Gestaltung und Handwerk stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Mit seinen nationalen und internationalen Kooperationspartnern sowie dem hohen Niveau der Mitglieder, deren Arbeiten sich durch anspruchsvolle Gestaltung und hohe handwerkliche Qualität auszeichnen, unterstützt der Bund der Kunsthandwerker Baden-Württemberg zeitgemäße Beiträge zur Weiterentwicklung der Angewandten Kunst.
Paul Müller – Dinge. Sonst nichts.
Ausstellung: 9.10. – 14.11.09
Eine Kooperation des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins mit der Neuen Sammlung - The International Design Museum Munich - in Zusammenarbeit mit dem Künstler
Am Anfang stehen Papier- und Holzmodelle, Schablonen, Skizzen und Zeichnungen. Das Ergebnis sind nicht einfach Gebrauchsgegenstände, sondern durchdachte, hochwertige Einzelstücke und Kleinserien von besonderer Ausdruckskraft. Paul Müller verwendet Metalle, wie Silber Messing, Bronze, Tombak und Stahl. Dabei bestimmt die Formidee die Auswahl des Materials. Die Lust an der Auseinandersetzung mit ungewöhnlichen Gestaltungsaufgaben lassen Leuchter, Kannen und Gefäße bis hin zu Espressomaschinen entstehen.
BKV-Preis 2009 für Junges Kunsthandwerk
Der BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk kann seit 2006 durch die Unterstützung der LfA Förderbank Bayern einmal jährlich verliehen werden. Die diesjährigen Preisträger sind:
- Katsura Sasaki (Japan, Tokio)
- Nicole Lehmann (Deutschland, Halle)
- Pedro Sequeira (Portugal, Porto)
Vom Ursprung zur Form– Schalen aus heimischem Kupfer von Laurenz Stockner
24.07. – 12.09.2009
Vernissage 23. Juli 2009 18.30 Uhr
Handwerker, Künstler, Perfektionist. Die Arbeiten des Schmieds Laurenz Stockner (* 1971) aus Brixen in Südtirol halten souverän die Balance zwischen Kunst und Handwerk. Die Kraft des verwendeten Materials: Ahrntaler Zementkupfer und Form des Gegenstands zwischen Gebrauchswert und Kult, lösen seine Schalen aus ihrem Zeitbezug, aus dem Moment ihrer Entstehung, gewinnen eine Dimension, die berührt. Stockner arbeitet seit langem an diesen Schalen und hat das Ziel seiner Bemühungen: die ideale Form beinahe erreicht.
1-99 Jahre
Thorsten Franck – Möbel und Objekte
Ein Kind, das spielt, ist frei von Absichten und Zwängen. Es überlässt sich
dem wunderbaren Spiel der unendlichen Wiederholungen und gewinnt dabei Sicherheit. Kinder beobachten ihr Umfeld, sie lernen von uns da1 x 1 der Dinglichkeiten, um uns dann ihr einfallsreiches Spiel vorzuführen. 1-99 Jahre schlägt eine Brücke und löst die Trennung auf.
Aufräumen, Kleider an die Garderobe hängen und Ordnung halten ist nicht, was Kinder gern tun. Was oft als Zwang empfunden wird, lässt sich aufspielerische Weise bewältigen. Die Möbel und Objekte für Kinder regen die Phantasie an und lassen die Trennung von Groß und Klein vergessen. Zum Beispiel ein Hocker, der im Wohnzimmer und im Kinderzimmer gefällt, auf dem Paul und Paulchen sitzen möchten und der einen authentischen Materialumgang erfahren lässt.
Einfache Formen- und Farbwelten, mit- und untereinander kombinierbar, eröffnen ein unendliches Spielfeld für Kinder.
Die Ausstellung zeigt auch die Sicht eines Vaters, der täglich die Welt mit seiner Tochter neu entdeckt.
Keramik aus Großbritannien
03. April – 23. Mai 2009
Seit 2004 war die Galerie für Angewandte Kunst des Bayerischen Kunstgewerbe-Vereins als Aussteller auf der Collect im Victoria&Albert Museum in London vertreten. Über die Präsentation der eigenen Arbeiten hinaus, bot sich dort die Gelegenheit, andere Galerien und deren Künstler kennen zu lernen. In der Ausstellung “Keramik aus Großbritannien” zeigt die Galerie für Angewandte Kunst Arbeiten einer Reihe von Keramikerinnen und Keramikern, die auf der Collect der letzten Jahre prominent vertreten waren. Das Spektrum umfasst sowohl Gebrauchsgefäße wie Kannen, Schalen und Vasen, als auch figurative Plastik.
Einführung von Ines Kohl
Bildergalerie
Ganz woanders – Schmuck von Helen Britton
20. Februar – 28. März 2009
Helen Britton: “The work started in 2007, through a residency in Erfurt as City goldsmith. Spending time in Erfurt and then Lauscha allowed me to track an obsession with the decorative glass tradition of the Thüringer Forest which had fascinated me almost all my life. This exhibition resulted from a clear decision not only to pursue a romantic idea, but to concentrate on making work about the experience of a place diametrically different to my original environment.“
„Die Arbeit begann 2007 durch meinen Aufenthalt in Erfurt als Stadtgoldschmiedin. Diese Zeit in Erfurt und Lauscha ermöglichte es mir, einer Obsession nachzugehen, die mich mein Leben lang fasziniert hat: die dekorative Glaskunst aus dem Thüringer Wald. Diese Ausstellung ist das Ergebnis einer klaren Entscheidung, nicht nur einer romantischen Idee zu folgen, sondern mich auf Arbeiten über die Erfahrung mit einem Ort zu konzentrieren, der so gegensätzlich zu meiner ursprünglichen Umgebung ist.“
50 Jahre Angewandte Kunst in Bremen
09. Januar - 14. Februar 2009
Gegründet 1959 kann die Angewandte Kunst Bremen (AKB-Bremen) in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Der Bayerische Kunstgewerbe-Verein gratuliert sehr herzlich und lädt aus diesem Anlass die Kolleginnen und Kollegen aus Bremen zu einer Ausstellung in die Galerie für Angewandte Kunst ein. Diese Ausstellung führt die Ausstellungsreihe mit Kunsthandwerk aus anderen Regionen Deutschlands fort, die 2005 mit Berlin-Brandenburg begann und seither Hessen (2006), Nordrhein-Westfalen (2007) und Hamburg (2008) vorstellte.
Wenn die Kinder artig sind...
21. November 2008 - 03. Januar 2009
Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel hat die besinnliche Jahreszeit ihren Höhepunkt. Oft wird noch einmal zurückgeschaut, aber auch Pläne und Wünsche für die Zukunft haben ihren Raum. Mitglieder des Bayerischen Kunstgewerbe-Verein haben sich Gedanken zu diesem Thema gemacht und zeigen eine Vielzahl von originellen Dingen, mit denen man sich selbst oder andere belohnen kann. Egal ob man artig war oder nicht, die schönsten Geschenke kommen von Herzen. Schmuck, Keramik, Textil oder Glas - lassen Sie sich überraschen und anregen für Ihre persönlichen Glückwünsche zum Weihnachtfest und zum Jahreswechsel!Leder und Seide: Bettina von Reiswitz und Maja Vogl
Diese Ausstellung verbindet die Arbeiten zweier Persönlichkeiten, die mit hoher handwerklicher Perfektion Kunstwerke schaffen.
Bettina v.Reiswitz studierte zunächst Volkskunde. Nach dem Studium machte sie eine Feintäschnerlehre. Seit 1993 stellt sie handgenähte Taschen aus pflanzlich gegerbtem Rindleder her. Diese Taschen sind weniger modisches Accessoire als vielmehr eigenständiges Objekt, Architekturgebilde aus selbst gefärbtem Leder.
Maja Vogl absolvierte zunächst eine Lehre der Handweberei. Danach studierte sie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Rudi Tröger. Aus Industriegarnen (Baumwolle, Leinen, Seide) in leuchtenden Farben und sehr feiner Ausspinnung webt sie auf dem Flachwebstuhl Kissen, Tischwäsche und Kleidung als Unikate.
BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk
In einer gemeinsamen Ausstellung sind sowohl die preisgekrönten Arbeiten als auch die Arbeiten der Finalisten des BKV-Preises zu sehen. Die Galerie für Angewandte Kunst präsentierte die Arbeiten anlässlich der Open Art, dem Kunstwochenende der Münchener Galerien, sowie auf einer Sonderschau im Foyer der Kunstmesse München und im März 2009 bei der Internationalen Handwerksmesse.
einsundeinsistdrei: Keramiken von Monika J. Schödel-Müller und Werner B. Nowka
25. Juli - 13. September 2008
Die außergewöhnliche Art im Umgang mit dem Medium Keramik und die Entwicklung einer eigenen Formensprache haben dem Keramikerpaar Monika J. Schödel-Müller und Werner B. Nowka sowohl in Deutschland als auch international hohe Anerkennung gebracht. Gerade sind sie aus den Fule International Ceramic Art Studios in Fuping, China zurück, wo sie im « Museum Deutscher Keramik » neben einigen anderen Künstlern ausgewählt wurden, unsere keramische Kultur zu vertreten.
Die Ausstellungen in der Galerie für Angewandte Kunst werden gefördert vom
Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
www.stmwivt.bayern.de
























